Kreativitätstechniken

Kreativitätstechniken sind Werkzeuge, um gezielt Ideen zu entwickeln. Sie lenken die Gedanken in Richtungen abseits der bereits ausgetretenen Lösungsansätze. Und: Sie regen viele Ideen an.
Es gibt sehr viele Kreativitätstechniken. Sie basieren auf einigen wenigen ideenanregenden Grundprinzipien und unterscheiden sich durch unterschiedlichste Ausführungsformen.

Wir stellen Ihnen einige bewährte und nützliche Techniken vor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

1. Techniken der freien Assoziation

Es handelt sich bei dieser Gruppe um die Methode Brainstorming und entsprechende Weiterentwicklungen. Das ideenanregende Prinzip dieser Methoden ist die Assoziation, die darin besteht, dass zu geäußerten Ideen spontan weitere Ideen einfallen, die in irgendeinem Bezug dazu stehen. (Die angeregten Ideen werden nicht logisch-deduktiv abgeleitet.) Bei diesen Methoden werden keine Denkrichtungen oder andere Strukturen vorgegeben.

Zu dieser Gruppe zählen u. A.:
Brainstorming
Kartenumlauftechnik
Ringtauschtechnik
• Mindmapping
Brainwalking

2. Techniken der strukturierten Assoziation

Bei den Methoden der strukturierten Assoziation werden Denkrichtungen oder andere Elemente für die Ideenfindung vorgegeben. Unter Beobachtung dieser Struktur werden Ideen intuitiv gebildet; die Anregung in der Gruppe erfolgt durch Assoziation.

Zu dieser Gruppe zählen u. A.:
Sechs-Farben-Denken
Walt-Disney-Methode
Semantische Intuition

3. Konfrontationstechniken

Konfrontationstechniken ist der Oberbegriff für Kreativitätstechniken, deren ideenanregendes Prinzip darin besteht, den Problemlöser oder die Problemlösungsgruppe mit Objekten oder Vorgängen, die keine Beziehung zur Problemstellung haben, zu „konfrontieren". Die Problemlöser sollen sich also mit ihnen geläufigen Objekten auseinandersetzen und daraus Lösungsideen ableiten.
Die Ideengenerierung besteht darin, in den problemfremden Objekten/Vorgängen Gestaltungs- oder Strukturprinzipien zu erkennen und sie auf das vorliegende Problem zu übertragen und anzupassen.

Als praktische Konfrontationsobjekte kommen in Frage:
• Worte für Gegenstände oder Vorgänge
• Bilder
• Eindrücke aus der Umgebung

Dementsprechend gibt es eine Reihe konkreter Methoden:
Reizwort-Konfrontation
• Exkursionssynektik
Konfrontation mit Bildprojektionen
Bildkarten-Brainwriting 
• TRIZ-Lösungsprinzipien

4. Konfigurationstechniken
Als Konfigurationstechniken werden Methoden eingeordnet, deren wesentlicher kreativer Ansatz darin besteht, Lösungselemente neu oder anders als bisher zu konfigurieren. Es werden also Elemente, die es schon gibt oder die neu erdacht wurden, in neuer Konstellation zusammen gebracht, also neu kombiniert. Es können aber auch in bestehenden Produkten oder Systemen Elemente ausgetauscht oder weggelassen werden.
Die kreative Gestaltung des Zusammenwirkens der Elemente ist die Gemeinsamkeit der hier zugeordneten Methoden.

Zu diesen Methoden zählen u. A.:
Morphologisches Tableau (Morphologischer Kasten) 
• Morphologische Matrix
• Attribute Listing
• SIT-Methode

Weiterführende Informationen:
Horst Geschka: Das Offene Problemlösungsmodell (OPM) und andere Problemlösungsstrategien. 2010 
Horst Geschka; Andrea Zirm: Kreativitätstechniken. 2011 
Interview mit Dr. Helmut Schlicksupp zum Thema „Kreativitätsförderung in Unternehmen"